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BBC-Umfrage: Alle Länder wollen Obama lieber als McCain

London, Mittwoch, den 10. September 2008. Alle 22 Länder, die an einer Umfrage des BBC World Service teilnahmen, würden den demokratischen Kandidaten Barack Obama lieber als nächsten US-Präsidenten sehen als seinen republikanischen Kontrahenten John McCain. Die 22.000 Umfragenteilnehmer bevorzugten Obama durchschnittlich 4:1. Deutschland hat in der Umfrage eine der größten Mehrheiten, die von einer Verbesserung der Weltbeziehungen unter Obama ausgehen und auch einer der größten Mehrheiten, für die eine Wahl McCains die Beibehaltung des aktuellen Status Quo bedeuten würde.

Die Quote zugunsten Obamas variiert von nur 9 % in Indien bis hin zu 82 % in Kenia. Im Durchschnitt sind 49 % für Obama, 12 % für McCain. Fast vier von zehn Befragten enthielten sich. Die Umfrage befasste sich außerdem mit den zu erwartenden Auswirkungen der US-Wahlen. In 17 der 22 befragten Länder waren fast alle der Ansicht, dass sich bei einem Wahl-Sieg Obamas Amerikas Beziehungen zum Rest der Welt verbessern würden. Sollte John McCain als Präsident gewählt werden, so geht die Mehrheit in 19 Ländern davon aus, dass die Beziehungen ungefähr gleich bleiben.

Durchschnittlich sind 46 % der Meinung, dass sich die US-Beziehungen mit der Welt unter Obama verbessern würden; 22 % erwarten keine Veränderung, 7 % gar eine Verschlechterung. Dagegen glauben lediglich 20 % an eine Verbesserung der Beziehungen unter McCain. Die größte Zahl – nämlich 37 % – ist der Meinung, dass die Beziehungen unter einer Präsidentschaft McCains stagnieren würden, 16 % befürchten eine Verschlechterung.

Die Länder, die eine Verbesserung unter einem Präsident Obama am ehesten für möglich halten, sind Amerikas NATO-Verbündete – Kanada (69 %), Frankreich (62 %), Deutschland (61 %), Großbritannien (54 %), Italien (64 %) – sowie Australien (62 %) und die afrikanischen Staaten Kenia (87 %) und Nigeria (71 %).

Obwohl alle Länder einen Sieg Obamas eher begrüßen würden, sprach sich eine beträchtliche Prozentzahl für keinen der beiden Kandidaten aus, favorisierten beide gleich oder hatten keine Präferenz. Dies war insbesondere in Russland der Fall, wo sich 75 % für keinen der beiden Kandidaten entscheiden konnten; gleiches galt für die Türkei (63 %) und Ägypten (61 %). Auf die Frage, ob die Wahl eines Afro-Amerikaners als US-Präsident ihre Sicht auf die USA „grundlegend ändern“ würde, antworteten 46 % mit ja, 27 % mit nein.

Für die amerikanischen Bürger wurde eine separate Umfrage durchgeführt. Daraus geht hervor, dass auch sie glauben, die US-Beziehungen mit der Welt würden sich unter einem Präsident Obama eher verbessern als unter McCain; 46 % der Amerikaner erwarten mit einem Wahlsieg Obamas eine Verbesserung, 30 % mit einem Sieg McCains.

Die Zahlen ergeben sich aus einer Umfrage mit 22.531 Bürgern in 22 Ländern, durchgeführt für den BBC World Service vom internationalen Meinungsforschungsinstitut GlobeScan in Zusammenarbeit mit dem „Program on International Policy Attitudes“ (PIPA) an der Universität von Maryland. In einer zweiten Erhebung wurden 1.000 US-Bürger befragt. GlobeScan führte die Umfrage zwischen dem 8. Juli und dem 27. August durch.

GlobeScan-Vorsitzender Doug Miller kommentiert: „Vielen Menschen weltweit gefällt, wofür Barack Obama steht. Wenn man bedenkt, wie schlecht Amerika derzeit in der Welt da steht, ist es schon erstaunlich, dass nur einer von fünf glaubt, eine Präsidentschaft McCains würde die weltweiten Beziehungen der Bush-Administration verbessern.”

Die Umfrage ist Teil der BBC-Berichterstattung zu den US-Präsidentschaftswahlen 2008. In den kommenden Wochen präsentiert die BBC eine ganz außergewöhnliche Sichtweise, wenn Radio-, TV- und Online-Journalisten per Bus quer durch die USA reisen und berichten. Unter den Reportern im Bus werden auch Kollegen der BBC-Sprachdienste Arabisch, Hindi und Russisch sein (www.bbc.co.uk/pressoffice/bbcworld).


Anmerkungen für Redakteure

In den vergangen Jahren hat das globale Image der Vereinigten Staaten stark gelitten. Eine Umfrage des BBC World Service Anfang des Jahres hat gezeigt, dass durchschnittlich 49 % der Menschen in den befragten Ländern negativ über den amerikanischen Einfluss in der Welt denken; 32 % heißen ihn gut.

In einer ähnlichen GlobeScan-Umfrage, durchgeführt für den BBC World Service vor den US-Präsidentschaftswahlen 2004, bevorzugten von den 35 befragten Ländern 30 den demokratischen Kandidaten John Kerry gegenüber dem amtierenden George Bush. Damals gehörten die Philippinen, Nigeria und Polen zu den wenigen Ländern, die für eine Wiederwahl Bushs eintraten. Heute sprechen sich alle drei für Barack Obama und gegen John McCain aus.

Umfrageländer

Anmerkung: In Brasilien, China, Ägypten, Libanon, Mexiko, Panama, Philippinen, Türkei und den VAE wurde die Umfrage auf größere Städte beschränkt.

Ergebnisse im Detail

Die Länder, die in großer Mehrheit zu Obama als US-Präsident tendieren, sind Kenia (87 %), Italien (76 %), Frankreich (69 %), Australien (67 %), Kanada (66 %) und Deutschland (65 %). Während sich keines der Länder explizit für McCain ausspricht, ist in fünf Ländern die Zahl der Enthaltungen am größten und der Prozentsatz für Obama somit relativ gering. Zu diesen Ländern zählen Russland (18 % für Obama), Singapur (29 %), Türkei (26 %), Indien (24 %) und Ägypten (26 %).

Demografisch gesehen wird Obama weltweit eher von jüngeren und höher gebildeten Menschen unterstützt, die Unterschiede sind jedoch nicht dramatisch. Von den unter 35-Jährigen sind 51 %, von den über 55-Jährigen 47 % für Obama. Gleichermaßen bevorzugen ihn 61 % der Befragten mit Hochschulausbildung und 40 % derer mit geringer Schulausbildung.

Die Unterstützung für McCain liegt zwischen 5 % in Kenia und 27 % im Libanon (wo 39 % Obama bevorzugen).

Während die Menschen in den meisten Ländern glauben, eine Präsidentschaft Obamas würde die weltweiten Beziehungen verbessern, gehören drei vorwiegend muslimisch geprägte Länder zu denen, die dies am wenigsten für wahrscheinlich halten. In der Türkei besteht hauptsächlich die Ansicht, dass sich die Beziehungen auch unter Obama verschlechtern würden (28 %). Von gleich bleibenden Beziehungen geht man in Ägypten (34 %) und im Libanon (42 %) aus. Die gleiche Ansicht vertritt man auch in Russland (22 %) und Singapur (28 %). Von diesen Ländern denken jedoch nur Singapur und die Türkei positiv über die Auswirkung einer McCain-Präsidentschaft.

In keinem Land geht eine Mehrheit davon aus, dass eine Präsidentschaft McCains die Beziehungen verschlechtern würde. Dagegen wird die Ansicht, dass sich durch ihn die Beziehungen verbessern könnten, nur in drei Ländern mehrheitlich geteilt; überall ist der Vorsprung nur marginal: In China (31 %), Indien (35 %) und Nigeria (31 %).

Amerikaner tendieren dazu, die vorherrschende Meinung in den anderen Ländern zu teilen: So glauben 46 %, dass eine Präsidentschaft Obamas die weltweiten US-Beziehungen verbessern könnten, 19 % gehen von keiner Veränderung aus; 27 % vermuten eine Verschlechterung. Ebenfalls parallel zum Rest der Welt glaubt die Mehrheit (41 % der Amerikaner), dass die Beziehungen unter McCain gleich bleiben würden, während 30 % der Amerikaner von einer Verbesserung ausgehen, 22 % von einer Verschlechterung.

In 15 Ländern waren die Befragten überwiegend der Meinung, dass sich ihre Sicht auf Amerika im Falle eines Wahlsiegs für Obama aufgrund seiner afro-amerikanischen Abstammung grundlegend ändern würde. Kaum überraschend hätte dies am meisten Auswirkung für Kenia (85 %) und Nigeria (69 %). Eine große Zahl sagt aber auch, sie wären beeindruckt – in Ägypten (65 %) und Amerikas Nachbarn/Verbündete Mexiko (60 %), Australien (59 %) und Kanada (54 %). In nur zwei Ländern denkt die Mehrheit, ein Sieg Obamas würde ihre Sicht auf Amerika nicht fundamental beeinflussen — in Polen (59 %) und im Libanon (51 %) – während eine Mehrheit diese Position in der Türkei (40 %) und Russland (26 %) vertritt. In drei anderen Ländern sind die Meinungen in dieser Frage geteilt: Italien, Singapur und Brasilien.

Insgesamt wurden 23.531 Bürger in Australien, Brasilien, Kanada, China, Ägypten, Frankreich, Deutschland, Indien, Indonesien, Italien, Kenia, Libanon, Mexiko, Nigeria, Panama, den Philippinen, Polen, Russland, Singapur, Türkei, den VAE, Großbritannien und den USA im Juli/August 2008 persönlich oder am Telefon befragt. Die Umfrage wurde für den BBC World Service durchgeführt vom internationalen Meinungsforschungsinstitut GlobeScan und Forschungspartnern in den jeweiligen Ländern. In 9 der 23 Länder wurde die Befragung auf große urbane Gegenden beschränkt. Die Fehlerquote pro Land variiert zwischen +/-2,4 bis 4,4 %, 19 Mal von 20.


Für nähere Informationen siehe www.globescan.com oder www.worldpublicopinion.org.


Für Interviewanfragen mit den teilnehmenden Meinungsforschern:

Doug Miller, Vorsitzender
GlobeScan Incorporated, Toronto
+1 416 969 3075
(Direktwahl: +1 519 371 8251)
Doug.Miller@GlobeScan.com

Sam Mountford, Forschungsdirektor
GlobeScan Incorporated, London
+44 20 7253 1447
(Mobil: +44 7854 132625)
Sam.mountford@GlobeScan.com

Steven Kull, Direktor
Program on International Policy Attitudes, Washington
+1 202 232 7500
(Mobil: +1 301 254 7500)
Skull@pipa.org


GlobeScan Incorporated ist ein auf Meinungsumfragen und Stakeholder-Befragungen spezialisiertes weltweit agierendes Meinungsforschungsinstitut mit Niederlassungen in Toronto, London und Washington. GlobeScan führt Marktforschungsprojekte und jährliche Tracking-Studien zu globalen Themen durch. Über ein Forschungsnetzwerk, das mehr als 50 Länder umfasst, arbeitet GlobeScan mit globalen Unternehmen, multilateralen Agenturen, Landesregierungen und Nichtregierungsorganisationen zusammen, um forschungsbasierte Erkenntnisse für erfolgreiche Strategien zu liefern.


Das Program on International Policy Attitudes (PIPA) ist ein gemeinsames Programm des Center on Policy Attitudes und des Center for International and Security Studies an der Universität von Maryland. PIPA betreibt weltweit öffentliche Meinungsforschung zu unterschiedlichsten internationalen Themen und betreibt die Website/Webzine WorldPublicOpinion.org.


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