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Sie befinden sich hier: - Berlin (pressrelations) - Stanislaw Tillich muss kulturelle Weitsicht beweisen
Zum bundesweiten UNESCO-Welterbetag am kommenden Sonntag erklaeren die Sprecherin der Arbeitsgruppe Kultur und Medien Monika Griefahn, der zustaendige Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion Steffen Reiche und die Dresdner Bundestagsabgeordnete Marlies Volkmer:
Beim Thema Waldschloesschenbruecke hat die Saechsische Staatsregierung bisher ein mehr als schlechtes Bild abgegeben.
Der neue Ministerpraesident Sachsens, Stanislaw Tillich, hat nun die Chance diese Position zu korrigieren und damit kulturpolitische Kompetenz zu beweisen.
Das Dresdner Elbtal muss seinen Welterbetitel behalten. Wir fordern den neuen Ministerpraesidenten Sachsens auf, sich fuer den Erhalt des Weltkulturerbes Dresdner Elbtal einzusetzen. Er muss aus dem in dieser Sache unruehmlichen Schatten seiner beiden Vorgaenger Biedenkopf und Milbradt heraustreten. Es waere eine Schande fuer den Gesamtstaat Deutschland, wenn Dresden den Welterbetitel verliert und damit das bisherige Ansehen als im Bereich des Denkmalschutzes vorbildliches Land beschaedigt wird.
Am kommenden Sonntag feiern 32 Welterbestaetten in ganz Deutschland zum vierten Mal den bundesweiten UNESCO-Welterbetag.
Mit diesem Tag soll die Kommunikation der Menschen vor Ort ueber die kulturelle und historische Bedeutung von Welterbestaetten befoerdert werden. Ziel ist es, das Welterbe als wichtigen Teil der eigenen Kultur und des vielfaeltigen kulturellen Erbes der Menschheit erlebbar zu machen. Viele Orte und Staedte in Deutschland haben die Besonderheit und die Faszination der Welterbestaetten erkannt und versuchen sie auch offensiv im Rahmen innovativer touristischer Konzepte zu nutzen.
Lediglich Dresden und Sachsen wollen diese Bedeutung nicht erkennen. Ganz bewusst wird der Verlust einer international bedeutsamen Anerkennung und Auszeichnung in Kauf genommen, um den sich viele andere Initiativen in ganz Deutschland seit vielen Jahren bemuehen. Doch diese Muehe koennte vergebens sein, wenn das Welterbekomitee auf seiner 32. Tagung Anfang Juli in Québec, Kanada, das Dresdner Elbtal von der Liste der Welterbestaetten streicht. Dieser Schritt ist konsequenterweise zu erwarten. Denn einerseits muss die UNESCO den Wert und die Bedeutung des Welterbetitels auch schuetzen und andererseits haben Dresden und vor allem die Landesregierung Sachsen bisher keine ernsthaften Bemuehungen unternommen, den Verlust des Titels durch Kompromissloesungen zu vermeiden. Zukuenftige Bewerbungen um einen Welterbetitel aus Deutschland werden von der UNESCO sicherlich sehr skeptisch bewertet, denn am Beispiel Dresden wird deutlich, dass die aus der Welterbekonvention erwachsenden Pflichten von den Laendern nicht umgesetzt werden.
Der neue saechsische Ministerpraesident Stanislaw Tillich sollte den UNESCO-Welterbetag am Sonntag nutzen, sich ueber die Bedeutung und die Besonderheit von Welterbestaetten zu versichern und dies auch innerhalb seiner eigenen Partei klarzustellen. Alle anderen Bemuehungen um den Erhalt und die Bewahrung des Weltkulturerbes in Deutschland werden diskreditiert, wenn Sachsen und Dresden so ignorant mit unserem eigenen kulturellen Erbe umgehen.
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