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Presseinformation der Bundesforschungsanstalt für Fischerei Nr. 412 von Montag, dem 18. Juni 2007
Seit seiner Indienststellung 1993 hat das größte der deutschen Fischereiforschungsschiffe, FFS Walther Herwig III, auf seinen vergangenen 300 Seereisen ca. 690 000 Seemeilen zurückgelegt und damit etwa 30mal die Erde umrundet. Die WH III ist das 4. große Fischereiforschungsschiff (der
BRD) seit dem 2. Weltkrieg, Nachfolger der Anton Dohrn, Walther Herwig I und Walther Herwig II. Zusammen haben diese 4 Forschungsschiffe sogar annähernd 3 Millionen Seemeilen zurückgelegt und rund 130mal die Erde im Dienst der Forschung umrundet.
301. Reise des FFS Walther Herwig III: Wo hält sich der Rotbarsch auf?
Am 20. Juni 2007 verlässt das deutsche Fischereiforschungsschiff Walther Herwig III Bremerhaven zu seiner 301. Forschungsfahrt. Das Forschungsziel ist die Erfassung der Bestandsgröße und -dynamik des „ozeanischen“ Rotbarschbestandes in der Irminger See, dem Seegebiet westlich von Island, und in der Labradorsee östlich von Kanada.
Die Diskussionen über die Rotbarschbestände im Nordatlantik haben im Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) breiten Raum eingenommen. Von kommerziellem Interesse sind zwei Arten, der Goldbarsch, Sebastes marinus, und der Tiefenrotbarsch, Sebastes mentella. Die Bestandstruktur von Sebastes mentella ist sehr komplex und konnte selbst nach einem 4-jährigen EU-Forschungsprojekt (REDFISH), das in der Bundesforschungsanstalt für Fischerei koordiniert wurde, noch nicht vollständig aufgeklärt werden, so dass immer noch unterschiedliche Hypothesen und Definitionen über die Verteilung der Bestände oder Bestandskomponenten herrschen. Jede dieser Bestandsdefinitionen hat jedoch erhebliche politische Auswirkungen für die eine oder andere an der Fischerei beteiligte Partei. Das Management dieser Art ist besonders schwierig, da der Tiefenrotbarsch sich erst im Alter von 10 bis 15 Jahren vermehrt.
Untersuchungen auf dieser Reise
Das Haupt-Verbreitungsgebiet der sogenannten „ozeanischen“ Bestandskomponente des Tiefenrotbarsches liegt in der Irminger See (Nordatlantik) südwestlich Islands und erstreckt sich nach bisherigen Erkenntnissen bis in die Labradorsee hinein. Das Forschungsgebiet überdeckt daher ein Gebiet von etwa 400 000 Quadratseemeilen – etwa 4mal so groß wie die Bundesrepublik. Die Untersuchungen werden in enger Zusammenarbeit mit einem isländischen und einem russischen Forschungsschiff durchgeführt und von der ICES „Study Group on Redfish Stocks“ koordiniert, die ein Wissenschaftler der Bundesforschungsanstalt für Fischerei leitet.
Der „ozeanische“ Tiefenrotbarsch kommt in der Tiefsee von 150 bis ca. 1000 m vor. Während die Bestandskomponente bis maximal 500 m Tiefe durch Echozählung der Einzeltiere mittels Ultraschall und verifizierende Schleppnetzfängen erfasst wird, basiert die Abschätzung der tieferen Komponente ausschließlich auf Standardfängen mit einem großen Schwimmschleppnetz, dem Gloria-Netz.
Parallel zu diesen Arbeiten werden im Rahmen des Trans North Atlantic Sighting Surveys (TNASS) Walbeobachtungen durchgeführt. Während der Heimfahrt wird in der Nordsee eine Interkalibrierung der Hydroakustikanlage mit dem FFS Solea durchgeführt.
Die wissenschaftliche Leitung dieser Forschungsfahrt hat Dr. Eckhard Bethke, Institut für Fischereitechnik und Fischereiökonomie, Palmaille 9, 22767 Hamburg, info@iff.bfa-fisch.de, Tel. 040-38905-185/ -203.
Die Walther Herwig III wird am 17. 7. 2007 in Bremerhaven zurückerwartet.
Unsere Presseinformationen finden Sie auch im Internet unter:
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Bundesforschungsanstalt für Fischerei
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